Arsen und Spitzenhäubchen

Gruselkomödie von Joseph Kesselring In der Übersetzung von Helge Seidel

Joseph Kesselrings schaurig-fidele Komödie um die bezaubernden Schwestern Abby und Martha Brewster, die aus reiner Nächstenliebe ältere, alleinstehende Herren mit selbstgemachtem Holunderwein endgültig von ihrer Einsamkeit erlösen, ist eine der erfolgreichsten Kriminalkomödien aller Zeiten. In dieser Oase des friedlichen 
Glücks taucht plötzlich nicht nur Neffe Mortimer auf, sondern sie bekommen auch noch Besuch des verschollen geglaubten Halbbruders Jonathan, der von dem Quacksalber Dr. Einstein mit einer Schönheitsoperation eine neue Identität erhalten will. Ein Heiratsantrag, nächtliche Trompetengeräusche und unvermutete Besuche der Polizei lassen die Ereignisse im idyllischen Haushalt der Brewsters nun völlig aus dem Gleichgewicht geraten…


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Pressestimmen

Familie ist die Hölle

Gefeierte Premiere des Stücks “Arsen und Spitzenhäubchen” in der Komödie

“Familie ist die Hölle. Provinz ist die Hölle. Arsen und Spitzenhäubchen handelt von einer Familie in der Provinz.” Dieses Zitat von Regisseur Helmuth Fuschl könnte auch von Ingo Heise alias “Mortimer” stammen. Der Neffe der zwei älteren Schwestern Abby (Thorsten Hamer) und Martha Brewster (Jens Knospe) wird von erstgenannter regelmäßig zur Begrüßung, oder wenn es sonst gerade passt, geohrfeigt. Und das nicht zu knapp! Heises Wange wird während der Premiere des Stücks “Arsen und Spitzenhäubchen” in der Komödie am Mittwochabend zusehens roter. Dazu erfährt Mortimer, dass seine zwei bezaubernden Tantchen hinterhältige Mörderinnen sind, die seinen geisteskranken Bruder Harry für ihre morbiden Zwecke einspannen. Um die alten, einsamen Herren in ihrer Zimmervermietung “Gott näher zu bringen” mixen sie ein Gebräu aus Holunderwein, Arsen, Strychnin und einer klitzekleinen Prise Zyankali, welches sie diesen aus reiner “Nächstenliebe” verabreichen. Mortimer entdeckt eine der Leichen, die noch nicht im von Harry ausgebuddelten “Panamakanal” im Keller begraben wurde und ist entsetzt.

Das Minenspiel mit Ingo Heise ist göttlich, wenn er zunächst den verknallten Liebhaber der Nachbarstochter Ellen mimt, anschließend versucht die Information zu verarbeiten, dass im Keller der Pension schon elf Leichen begraben sind und dann auch noch sein verschollener Bruder Jonathan, das schwarze Schaf der Familie, plötzlich vor der Tür steht, im Schlapptau seinen “Schönheitschirurgen” Dr. Einstein, und einfach nicht verschwinden will.

Neben Heise, dem heimlichen Star des Stücks, scheinen die eigentlichen Hauptrollen, die Schwestern Abby und Martha, fast zu verblassen. Dennoch sind da viele andere Gestalten, die ebenfalls für Lacher im Publikum sorgten. Etwa der verfressene und Kekskrümel speiende Polizist O’Hara (Armin Riahi), Bruder Jonathan, eindringlich gespielt von Alexander von der Groeben, der allein schon durch seine Frankenstein-Fratze besticht, oder nicht zuletzt sein im Mafia-Tonfall sprechender Kompagnon Dr. Einstein. In der Rolle des Trompete spielenden “Teddy” ist der frühere Tatort-Kommissar Karl-Heinz von Hassel in seinem Element. Wer auf Irrungen, Wirrungen und viel schwarzen Humor steht, wird “Arsen und Spitzenhäubchen” lieben!

NRZ, 02. November 2013 von Jana Katczynski

Lach-Alarm bei Arsen und Spitzenhäubchen

Zwei männermordende Schwestern (herrlich schräg Thorsten Hamer und Jens Knospe). Ein Waldhorn-blasender Onkel, der sich für den amerikanischen Präsidenten hält (wunderbar abgedreht Karl-Heinz von Hassel). Ein Halbbruder, der nach einer missglückten OP aussieht wie Frankenstein (Alexander von der Groeben). Diese abgedrehte Familie sorgt seit gestern für Lach-Alarm in der Komödie. Premiere “Arsen und Spitzenhäubchen” mit viel Tempo von Hausherr Helmuth Fuschl inszeniert - das ist nichts für Intellektuelle. Da tauchen Leichen auf und verschwinden wieder. Klatschen Ohrfeigen. Knallen Türen und Fenster. Ein Stück, bei dem der Besucher gut gelaunt nach Hause geht.

Bild Düsseldorf, 31. Oktober 2013 von Jörg Hakendahl

Giftmischer in romantischen Rüschen

Premiere in der Komödie Steinstraße läuft das durch den Film berühmte Stück “Arsen und Spitzenhäubchen”

Die skurrilen alten Damen aus dem Schwarzweiß-Film “Arsen und Spitzenhäubchen” (1941) sind so unnachahmlich, dass Regisseur Helmuth Fuschl für die Inszenierung in der Komödie an der Steinstraße zu einer ungewöhnlichen Besetzungsmethode griff: Er lässt die Tanten Abby und Martha von Männern in Frauenkleidern spielen - so erscheinen diese Figuren so kurios und monströs, dass man ihnen die mörderischste Verrücktheit mit Vergnügen zutraut.

Das Regiekonzept von Helmuth Fuschl passt perfekt zum Stück.

Ein Glücksgriff ist die Besetzung des wie Frankensteins Monster zugerichteten Onkels Jonathan, der als Mörder gesucht wird und noch eine letzte Leiche im Gepäck hat, mit Alexander von der Groeben. Der große Schauspieler mit den breiten Händen bringt bedrohliche Präsenz auf die Bühne. Seinen medizinisch versicherten Komplizen Dr. Einstein spielt Lutz Reichert mit osteuropäischem Akzent und Gespür für die Rolle des ängstlichen Büttels.

Zum kompletten Irrenhaus wird das plüschige Heim der Arsen-Tanten durch Onkel Teddy, der mit seiner Militärtrompete zum Sturm bläst und sich für den Präsidenten der Vereinigten Staaten hält. Ihn spannen die Damen als Totengräber ein, der annimmt im Keller den Panamakanal vorzufinden und dort schon ein Dutzend Herrenleichen als vermeintliche Malariaopfer bestattet hat. Karl-Heinz von Hassel spielt diesen drolligen Wahnsinnigen sehr charakteristisch.

WZ, 02. November 2013 von Lars Wallerang

Umjubelte Komödie-Premiere

Das Publikum der Komödie dankte den Schauspielern für die gelungene Premiere mit “Handing Ovations”. Sie waren begeistert von dem Stück, in dem die “weiblichen” Hauptrollen von Thorsten Hamer und Jens Knospe gespielt werden.

Express, 01. November 2013 von Natalie Riahi

Eine giftige Premiere in der Komödie

In der makaberen und weltberühmten Kriminalkomödie sind die schrulligen Schwestern mit Männern besetzt.

Die herzigen Schwestern Brewster - zwei jungfräuliche Ladies mit Silberlöckchen - haben ein mörderisches Gebräu ausgeheckt: “Auf zwei Liter Holunderwein nehme ich einen Löffel Arsen, einen halben Teelöffel Strychnin und eine klitzekleine Prise Zyankali”, beschreibt Abby vergnügt ihr todsicheres Rezept, als ginge es um einen süßen Kuchen zum Kaffeekränzchen. Sie sind beseelt von ihrer Mission, einsamen älteren Herren dank des Cocktails zum ewigen Frieden zu verhelfen: “Das ist die schönste Aufgabe unseres Lebens”, verkünden sie stolz, als das Dutzend bereits voll ist und das letzte Opfer in der Fenstertruhe auf baldige Entsorgung wartet. Listig spannen sie dafür jedes Mal ihren Bruder Teddy ein. In seinem verwirrten Geist glaubt der glühende Militarist felsenfest daran, im Keller des Landhauses den Panama-Kanal zu graben und macht sich begeistert ans Buddeln.

Es geht auch richtig pfiffig los. Der Kunstgriff, die Rollen der schrulligen Schwestern mit Männern zu besetzen, macht dem Publikum Spaß. Verlässlich wie immer trumpft Thorsten Hamer auch als Riesendame auf. Mit ausladenden Hüften und wallendem Kleid stöckelt der Komiker durch die Kulisse und bildet mit Jens Knospe als Martha ein reizendes Gespann.

Karl-Heinz von Hassel mimt im Tropenanzug lustvoll den trotteligen Teddy mit Tröte, Armin Riahi den wackeligen Polizisten. Christian Diederichs taucht gegen Ende als Heimleiter auf. Herausragend Lutz Reichert, er macht aus seinem Dr. Einstein sein eigenes Kabinettstück. Nicole Gütling gibt als Pfarrerstochter die kecke Verlobte von Mortimer, dem Neffen der Schwestern.

Und die Erkenntnis, das Theater viele Farben hat und jede einzelne zu Recht ihr Publikum bezieht.

Rheinische Post, 02./03. November 2013 von Regina Goldlücke

Moderatorin hat Angst vor Bühnen-Mann

“Fast, aber auch nur fast, habe ich Angst vor ihm bekommen”, sagt RTL-Moderatorin Ulrike von der Groeben über ihren Mann Alexander von der Groeben nach der Premiere von “Arsen und Spitzenhäubchen” in der Komödie an der Steinstraße. Der Gatte spielt dort den wie Frankensteins Monsterzurechtgemachten Mörder-Onkel Jonathan. “Er bekommt immer böse Rollen, wahrscheinlich, weil er so groß ist.” Das Stück selbst fand sie super. “Das ist einfach ein starker komödiantischer Krimi”. Auch der Schweizer Joris Gratwohl (Lindenstraße) fand die Aufführung amüsant. “Ich kannte den Film gar nicht, fand das Stück jetzt aber sehr kurzweilig und stimmig.” Schauspieler-Kollegin Andrea Spatzek zeigt sich derweil von der Idee, die Frauen-Rollen der Tanten Abby und Martha mit Männern zu besetzen. “Ich fand es gut.” Es sei lang her, dass sie den Film gesehen habe. “Zu Hause werde ich ihn mal wieder einlegen.”

WZ, 02. November 2013 von wall