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Pressestimmen zu „Venedig im Schnee”

„Komödie“: Im Land der Schatzis und Spatzis

Es flattern die Koseworte, es fliegen die Küsse, es ist alles rosarot bei Jean-Luc (René Hofschneider) und Nathalie (Kathrin Spielvogel). Gnadenlos gut gelaunt bereitet sich das Pärchen auf den Besuch von Christophe (Matthias Freihof) und Patricia (Christina Rainer) vor.

Witzige Dialoge, dem Leben abgelauscht.

So bereitet der französische Autor Gilles Dyrek den Boden für sein leichtfüßiges Stück „Venedig im Schnee“, das in der „Komödie“ Premiere hatte. Der Parcours für zwei Paare bezieht seinen Reiz aus einer Mutmaßung: Weil Patricia stets schweigt, glauben die Gastgeber, sie sei Ausländerin. Die Raffinesse des Autors und die geschickte Regie von Ulf Dietrich lassen die Komödie nie zur Klamotte entgleisen.
Witzige Dialoge, gekonnt gesetzte Pointen halten den Spaß über zwei Stunden aufrecht – bis zum Knalleffekt am Schluss.

von Regina Goldlücke
(Rheinische Post, 07.03.2008)
Schatzi hin, Schatzi her

„Venedig im Schnee“ ist beste Unterhaltung und feierte jetzt eine umjubelte Premiere. Zu lachen gibt es viel bei diesem Lustspiel, vor allem aus Schadenfreude.
Vorweg: Zu lachen gibt´s viel in diesem Lustspiel. Besonders aus Schadenfreude. Turbulente Situationskomik und überbordend komische Figuren – all´ das bietet das französische Stück, das in Paris spielt, genauso wie beißende Gesellschaftssatire.
Der Autor versteht es, die Häme elegant zu verpacken. Er setzt kleine Nadelstiche – die von vier auftrumpfenden Schauspielern exzellent über die Rampe gebracht werden.
Geleitet wird das gut eingespielte Quartett von Regisseur Ulf Dietrich, der auf Leichtigkeit und Tempo setzt, aber auch schräge Typen herausschält. Beispielsweise Patricia (hinreißend gemein: Christina Rainer). Anfangs geht ihr (wie auch dem Zuschauer) das betuliche Gurren von „Schatzi“ hin, „Schatzi“ her, auf die Nerven. Beinahe arrogant und sprachlos lässt Patricia die Gastgeber auflaufen und im Glauben, dass sie eine Ausländerin sei, eine Frau vom Balkan.

Bis sich die Balken biegen.

„Schatzi-Kistan“ heißt das Land, „Schatzi-Grad“ die Stadt. Naiv glauben Nathalie und Jean-Luc ihr. Klar, dass die eben noch spröde Patricia an der Leichtgläubigkeit Gefallen findet. Und so nimmt sie die Freunde auf die Schippe, nutzt ihre Großzügigkeit schamlos aus. Sie erfindet immer absurdere Geschichten, so dass sich am Ende die Balken der Mansarde biegen.
Naben Kathrin Spielvogel und René Hofschneider, die als liebreizende Gastgeber alle Register ziehen, sticht Matthias Freihof hervor, als Christophe auf der Achterbahn. Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu Patricia und der Zuneigung zu Jean-Luc, gerät er zunächst ins Schwitzen, dann ins Stottern und gibt am Ende allen Affen Zucker.

von Michael-Georg Müller
(NRZ, 07.03.2008)
Gestern Abend war Premiere in der Komödie – heute steht in BILD, wie es war

„Venedig im Schnee“
Großangriff auf die Lachmuskeln

Sie wollen mal wieder wirklich herzlich lachen? Dann sollten Sie die „Komödie“ Steinstraße besuchen. Den Theatermachern Helmuth Fuschl und Paul Haizmann ist ein echter Humor-Coup gelungen.
Kräftiger Premierenjubel gestern Abend für „Venedig im Schnee“ – ein Großangriff auf die Lachmuskeln.
Spielfreudige Schauspieler. Große Klasse, wie Christina Rainer mit unglaublicher Mimik die vermeintliche Ausländerin gibt. Jede Rolle passt wie ein maßgeschneiderter Anzug. Kathrin Spielvogel, Matthias Freihof und René Hofschneider gelingt die schmale Gradwanderung zwischen Klamauk und herrlicher Situationskomik.
Orkanartiger Beifall. Und manchem Besucher tat auf dem Nachhauseweg das Zwerchfell so richtig weh.

von Jörg Hakendahl
(BILD Düsseldorf 06.03.2008)
Missverständnis als Knalleffekt

Temporeich und sarkastisch – die Inszenierung der französischen Satire „Venedig im Schnee“ in der Komödie
Mit subtilem Mienenspiel und sarkastischem Witz spielt Christina Rainer die Rolle der Patricia. Und Kathrin Spielvogel wirkt als Turteltäubchen Nathalie herrlich aufgekratzt. Temporeich spielen unter der Regie von Ulf Dietrich auch die Herren Matthias Freihof (Christophe) und René Hofschneider (Jean-Luc).

von Lars Wallerang
(WZ 07.03.2008)
„Venedig im Schnee“: Komödie nimmt Klischees aufs Korn

Wenn der Schein trügt
Die Rahmenhandlung des Stücks ist schnell erzählt. Dass in der Folgezeit keine Langeweile aufkommt, sondern das Publikum herzerfrischend unterhalten wird, liegt an einem putzmunteren Darsteller-Ensemble, das da über die Bühne wieselt, und einer Regie (Ulf Dietrich), die der unterhaltsam-bissigen Vorlage des Franzosen Gilles Dyrek Leben einhaucht.
Dank Kathrin Spielvogel kommt die Bühnen-Nathalie mitreißend schlicht daher, Christina Rainer (Patricia) glänzt mit einem Mienenspiel, das Bände spricht. Und Christophe (Matthias Freihof) und Jean-Luc (René Hofschneider) stürzen gekonnt von einer Verzweiflung in die andere.
Boulevard vom Feinsten.

von Michael Grixa
(Express 07.03.2008)
Liebeserklärung an Düsseldorf

Wie eine telefonische Seelsorgerin sei sie sich vorgekommen, erzählte Regine Lutz nach der Premiere von „Venedig im Schnee“ amüsiert: „Immer wieder habe ich Kathrin am Telefon Mut gemacht.“ Nun strahlte die berühmte Brecht-Schauspielerin mit ihrer einstigen Schülerin Kathrin Spielvogel über deren Erfolg auf der Komödien-Bühne um die Wette. An der Münchner Theaterakademie hatte Regine Lutz vor gut zehn Jahren ihre junge Kollegin ausgebildet. „Sie gewöhnte mir meine Unart ab, im Singsang zu sprechen“, erinnerte sich Kathrin.
Von ihrer Lehrerin und Mentorin wird sie fast etwas beneidet: „Mein großer Wunsch ist es, wieder in der Komödie zu spielen“, sagte Regine Lutz, die in der weiblichen Titelrolle von „Harold und Maude“ begeisterte. „In Düsseldorf war ich so glücklich wie lange nicht mehr“, lautete die Liebeserklärung der großen kleinen Aktrice, die im Dezember 80 Jahre alt wird.

von Gisela Rudolph
Lustiger Beziehungswahnsinn

Die Inszenierung von Gilles Dyreks Stück in der Komödie an der Steinstraße ist spritzig und kurzweilig. Das Bühnenbild stellt das Wohnzimmer der beiden Gastgeber dar, inklusive Kamin und Wandbehang. Ein Besuch lohnt auf jeden Fall.

(OPINIO Mediengruppe RP, 06.03.2008)
Stadtgespräch

Viel Lob
Es gab viele Umarmungen nach der umjubelten Premiere von „Venedig im Schnee“ in der Komödie. Eine fiel besonders innig aus. Die große Schauspielerin Regine Lutz herzte ihren ehemaligen Schützling Kathrin Spielvogel: „Schön war sie schon immer. Aber sie hat es auch weit gebracht“. Als Dozentin an der Bayerischen Theaterakademie von August Everding habe Regine Lutz ihren Studenten vor allem den Weg geebnet, „wie man sich ein Rolle über den Text erschließen kann, nämlich mit Pragmatismus und nicht zu vielen Emotionen“, erinnert sich Kathrin Spielvogel. Mit Enthusiasmus und Treue verfolgt die bald 80-jährige die Karrieren ihrer einstigen Schüler. „Man trägt ja eine große Verantwortung, um manche von ihnen mache ich mir auch Sorgen, unser Beruf ist so viel härter geworden.“ Vor der Premiere schickte sie Kathrin Spielvogel einen aufmunternden Gruß nach Düsseldorf: „Nur Mut“. Dass Regine Lutz von München zum Daumendrücken anreiste, ist für sie nicht ungewöhnlich. Aber mit der Komödie, in der sie selber vor Monaten mit „Harold und Maude“ gefeiert wurde, fühlt sie sich eng verbunden: „Dieses Theater ist so wunderbar zu bespielen.“

(Rheinische Post, 07.03.2008)
Gäste bei der Premiere „Venedig im Schnee“ u.a.:

Martin Armknecht, Lutz Reichert, Kerstin Gähte, Thomas Lang, Heike Thiem-Schneider, Regine Lutz, Klaus Nierhoff, Dr. Susanne Altweger, Christiane Hecker, Ruth Willems und Margrit Kempf.