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Ganze Kerle 
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Pressestimmen zu „Ganze Kerle”

„Ganze Kerle“ in der Komödie

Dann aber nehmen die liebenswerten „Ganzen Kerle“ erst richtig Fahrt auf und bescheren den Zuschauern einen hinreißenden Theaterabend. Bereits zum dritten Mal (nach 2007 und 2008) ist das Stück von Kerry Renard in der „Komödie“ zu sehen, neu eingerichtet und bearbeitet von Regisseur Matthias Freihof. Zum Niederknien ist, wie leidenschaftlich sich die ungelenken Männer in propere Damen verwandeln. Wie anrührend sie mit Glitzer-Top, Perücke, Stöckelschuhen und Schminke erst scheu, dann immer lustvoller hantieren und mit Feuereifer proben, was am Ende in eine rasante Revue mündet – hochprofessionell, atemberaubend, urkomisch. Und alle sind sie natürlich wieder dabei, die Nana, die Gitte, die Mireille, die Zarah. Und die laszive Liza gibt es gleich im Fünferpack. „Ganze Kerle“ ist längst Kult. In seiner sympathischen Einzigartigkeit ist das Stück kaum zu beschreiben, aber für den, der Spaß an gekonnter Travestie hat, ist es dringend zu empfehlen.

Von Regina Goldlücke
Rheinische Post, 03.09.2010
Diese fünf Kurierfahrer auf hohen Hacken sind Kult

„Ganze Kerle“ mit Parodie, Travestie und Theater: Jubel auch bei ihrer dritten Wiederaufnahme
Wann wird eine Show zum Kult? Vielleicht dann, wenn sie das dritte Mal in drei Jahren am gleichen Ort für Jubel und volle Kassen sorgt. Oder, wenn Kölner Fans auch bei der dritten Wiederholung keine Mühen scheuen und nach Düsseldorf reisen. Wie jetzt bei der Wiederaufnahme von „Ganze Kerle“. Die Travestie-Komödie der kanadischen Autorin Kerry Renard mit rührend bissigem Humor lockte schon 2007 nicht nur weibliches Publikum in Scharen in die Komödie.
Zügig, temporeich, verdichtet auf Schlager-Parodie und die hemmungslose Lust am Verkleiden, so gibt sich heute die Berliner Crew von Matthias Freihof und verzichtet auf bleiernen Sozialkitsch. Perfekt eingespielt und sicher im Playback-Gesang schnurrt das Quintett die Nummern-Revue runter. René Hofschneider als Muttersöhnchen Siggi, der mit Lutz Reichert den Zickenalarm zwischen Mireille Matthieu und Nana Mouskouri persifliert. Daneben der drahtig langbeinige Jens Eulenberger, der fast so sexy tanzt wie Liza Minelli. Und Matthias Kostya als Klaus, der zunächst widerwillig Margot Werner imitiert, dann aber zur Luxus-Fummeltrine mutiert.
Der Clou ist Michael Pyter: Anfangs mimt er den kreuzbiederen Kurierchef Frank und wird zur seufzenden Schlagerdiva. Der Jubel ist groß, auch nach der dritten Zugabe Ovationen. Fazit: Das Stück wird zum Kult, meinen manche und freuen sich auf die vierte Wiederholung.

Von Michael-Georg Müller
NRZ, 03.09.2010
Ovationen für die erste Show der Ganzen Kerle

Dieses Stück hat einfach alles, was ein herrlich witziger Theaterabend braucht. Eine abgedrehte Story. Schrille Typen. Freche Dialoge. Jede Menge Gags und Kracher-Pointen.
Mit stehenden Ovationen feierte das Publikum gestern Abend in der Düsseldorfer Komödie die Premiere von „Ganze Kerle“.
Vier Paketboten wollen die teure Delfin-Therapie für die Tochter ihres Chefs finanzieren – mit den Einnahmen aus einer Travestie-Revue. Und dann brennen René Hofschneider, Matthias Kostya, Michael Pyter, Lutz Reichert und Jens Eulenberger auf hohen Hacken und im aufwendigen Fummel ein Komik-Feuerwerk ab. Als Gitte, Zarah Leander, Liza Minelli, Maria und Margot Hellwig. Schräg und überdreht, aber nie peinlich. Höhepunkt: Eine wilde Klopperei zwischen Nana Mouskouri und Mireille Mathieu. Einfach 100 Prozent Schlapp-Lach-Garantie.

Von Jörg Hakendahl
Bild, 02.09.2010
Zickenkrieg im Männerclub

Für das rasante Stück „Ganze Kerle“ gab es in der Komödie stehende Ovationen.
Der Geschlechterrollentausch auf der Bühne ist zwar alles andere als neu, aber die sprichwörtlichen ersten Gehversuche der Herren auf Stöckelschuhen sind dennoch phänomenal. Liebevoll wird gezeigt, wie jede Figur erst über den eigenen Schatten springen muss, um den Fummel überziehen zu können. In der Art, wie sie dabei die jeweils eigene Vorstellung von „Frau sein“ interpretieren, geben die Charaktere weit mehr über sich preis als nur die Figurprobleme, die sie als „echte“ Männer noch nicht kannten. Ähnlich wie Klaus, der bei der ersten Probe noch aussieht wie ein Neandertaler, der seinen Knüppel vergessen hat, geht es auch den Kollegen. „Was Ihnen fehlt, sind Anmut und Glamour, aber vor allem: professionelle Hilfe“, befindet da die wie gerufen kommende Tanzlehrerin Helene, die nicht von ungefähr an den ehemaligen Arbeitskollegen Georg erinnert.
Und so findet nach und nach jeder in seine Rolle. Besonders überzeugend dabei: Enrico als Liza Minelli in „Cabaret“ und ein handfester Zickenkrieg auf der Bühne zwischen Mireille Matthieu und Nana Mouskouri beim fulminanten Finale. Dafür gibt es am Ende stehende Ovationen, eine Zugabe und die Feststellung: Manchmal ist es eben schwer, eine Frau zu sein.

Von Ulrich Hoeck
Westdeutsche Zeitung, 03.09.2010
„Ganze Kerle“ in der Komödie

Riesen-Jubel und stehende Ovationen für die Premiere des Stücks „Ganze Kerle“ in der Komödie.

Express, 03.09.2010