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Pressestimmen zu „Die Kaktusblüte”
Die Fundamente einer guten Komödie sind intelligente, charmante Dialoge und eine originelle, witzige Handlung. Das französische Autoren-Duo Barillet und Grédy haben dem Theater Komödien geschenkt, die zu Welterfolgen wurden. Jetzt zeigt die Komödie Düsseldorf mit „Die Kaktusblüte“ das wohl erfolgreichste Stück der Franzosen.
In dem raffiniert einfachen Bühnenbild von Bodo Wallerath, das sich schnell von der Arztpraxis in die Privaträume der Antonia und in eine Nachtbar verwandelt, inszenierte Helmuth Fuschl das 6-Personen-Stück mit viel Liebe zum Detail, aber auch mit einigen hochtheatralischen Momenten, die seine fabelhaften Schauspieler bis in Farcenähe genussvoll ausspielen. April Hailer macht aus der Mittelpunktrolle der einsamen Stephanie eine geradezu verblüffende Studie der Verwandlung. Wenn sie im grünen Abendkleid mit Nerzstola den furiosen Monolog über ihr vergangenes und neues Leben im Stakkato-Tempo beginnt, treffen diese Worte den verblüfften Julien wie Pfeile der Demaskierung seines Lebens. Da zeigt diese Schauspielerin – auch in nachdenklichen Passagen – ihre Erfahrung in Film, TV- und Musical-Produktionen einmal mehr, dass der Erfolg einen Namen hat: Können! Natürlich ist der Ausnahme-Komödiant Heinrich Schafmeister ein kongenialer Partner der Hailer. Die erneute Zusammenarbeit mit Regisseur Helmuth Fuschl erweist sich immer mehr als Glücksfall. Schafmeister macht aus dem Promiarzt Julien ein vitales, urkomisches Portrait, und erinnert mit einem improvisierten Blues, wobei der Tisch, die Hände und eine Gießkanne zu instrumentaler Begleitung werden, an seine jugendliche Rock-Band-Zeit. Freude pur! Momme Mommsen spielt Norbert, Juliens Freund und Dauerpatient. Er geht Stephanie auf die Nerven, weil er seine Witze mit Lachsalven begleitet. Mommsen gelingt es geradezu lässig, das Publikum zu amüsieren, und Sylvia Schlunk liefert als hysterisch-neurotische Patientin Durand eine köstliche, publikumswirksame Charge. Tina Bordihn, durch Filmrollen und TV-Serien bekannt, gelingt als Antonia ein beachtliches Theaterdebüt. Die Rolle ist ergiebig genug, Talent zu zeigen, und die fotogene Schauspielerin überzeugt mit Natürlichkeit und Charme. Martin Brunnemann spielt als Nachbar Igor den guten Freund der Antonia, den Julien eifersüchtig beobachtet. Der Nachwuchsschauspieler hat enorm an Präsenz gewonnen und die Szenen mit Tina Bordihn haben den Schwung der Jugend. Zum Schluß-Happy-End gibt es wohl den längsten Bühnenkuss der Theatergeschichte, wenn Stephanie und Julien sich minutenlang umarmen, während die Kollegen schon vom Publikum gefeiert werden. Dann erst zeigen sich die Hauptdarsteller somnambul verklärt dem Publikum, das mit Ovationen für einen Regie- und Schauspielerabend der Extraklasse dankt.
Ein Muss für jeden Boulevardtheater-Fan!
(Theater pur 2/09)
Auch 45 Jahre nach seiner Uraufführung hat das Stück „Die Kaktusblüte“ nichts von seinem Charme verloren. Zumindest, wenn die Hauptdarsteller Heinrich Schafmeister und April Hailer heißen. Die erfahrenen Bühnenschauspieler sorgten bei der Premiere in der Komödie für Standing Ovations.
„Die Kaktusblüte“ des französischen Autoren- Duos Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy hat als Boulevard-Renner 45 Jahre auf dem Buckel, und ist auch als Film eine Legende. Nach so langer Zeit erreichen viele Filme ihr Verfallsdatum. Dieses nicht, zumindest nicht in der schwungvollen Inszenierung von Regisseur Helmuth Fuschl in der „Komödie“. Die liebevolle Huldigung an eine vom Schicksal benachteiligte Frau, die spät, dann aber umso prächtige aufblüht, kann nur mit fabelhaften Darstellern überzeugend umgesetzt werden.
Perfekte Besetzung des reifen Traumpaares.
Mit Heinrich Schafmeister und April Hailer ist das reife Traumpaar perfekt besetzt. Ein ungetrübtes Vergnügen, dem weißbekittelten Windhund Julien zuzuschauen. Als Charmebolzen, Patientenversteher und eifersüchtiger Liebhaber trumpft Erzkomödiant Schafmeister nach allen Regeln der Schauspielkunst auf. Mit langem Hals, vorgeschobenen Kopf und zerzaustem Gesicht rennt er wie aufgescheucht über die Bühne, ist in jeder Facette glaubhaft. Absolut ebenbürtig: April Hailer. Die anfangs Graumäusige, Verhuschte und Unnahbare, in den Augen eines Patienten die geborene Herbheitskönigin, erfährt durch widrige Umstände eine rasante Wandlung und wächst gleichsam über sich hinaus.
Damit ihm seine junge Geliebte Antonia bloß nicht zu sehr auf die Pelle rückt oder gar Ehewünsche äußert, hat er kurzerhand eine Angetraute und drei Kinder erfunden. Als ihm irgendwann dämmert, Antonia sei doch nicht die Richtige für ihn, ist das familiäre Lügengespinst schon fest zementiert und lässt sich nicht mehr so einfach aus der Welt schaffen.
Die Geliebte besteht darauf, Juliens angeblich zur Scheidung bereite Frau kennen zu lernen und bringt ihn damit in die Bredouille. Nur Stephanie kann dem schusseligen Doktor aus der Patsche helfen – indem sie vor Antonia die Zahnarzt-Gattin mimt. Auf wundersame Weise wird die zunächst empört zurückgewiesene, dann widerwillig akzeptierte Rolle zur einmaligen Chance für die einsame Arzthelferin. Das Mauerblümchen gewinnt an Courage, Selbstbewusstsein und Sinnlichkeit. Bezaubernd, wenn April Hailer im grünen Abendkleid die Bar betritt, ihr der Träger von der Schulter rutscht, sie mit laszivem Blick einen Jüngling betört und Tags drauf mit wilder Mähne ihrem Chef die Leviten liest.
Auch die anderen Frauen sind stimmig besetzt. Tina Bordihn spielt die junge Geliebte einfühlsam und erfrischend. Martin Brunnemann gefällt als drolliger Nachbar und vermeintlicher Nebenbuhler Igor. Momme Mommsen reißt als Juliens Freund Norbert mit meckerndem Lachen dusselige Witze und hat sichtlich Spaß an dieser Rolle. Gleiches gilt für das Publikum.
Was Sylvia Schlunk aus ihrer kleinen Rolle als hysterisch flatternde Patientin macht, ist ein leichtfüßiges Kabinettstückchen. Als letzter einer Reihe hübscher Regieeinfälle wurde bei der Premiere die wilde Happyend-Knutscherei von großem Jubel begleitet. Viel Beifall und Standing Ovations für eine ganz und gar nicht stachelige Kaktusblüte – und gelungene Adaption einer bekannten Geschichte.
(Rheinische Post 16.01.2009)
Heinrich Schafmeister und April Hailer pflegen in der Komödie mit Hingabe die Boulevard-Pflanze: "Die Kaktusblüte".
Heinrich Schafmeister, noch vor zwei Jahren an der Komödie als "feuriger Liebhaber" gefeiert, hat großes Vergnügen daran, bei seinem Promi-Zahnarzt Julian die Facetten des liebenswerten Trottels zu polieren.
Er spöttelt, jammert, grantelt, schmeichelt, krabbelt in begehrlicher Vorfreude und kokettiert mit der schwachen Seite eines Mannes in Verlegenheit voller amüsanter Selbstironie. Eine schöne Variante zum verknautschten Charme des brillanten Walter Matthau, der vor 40 Jahren auf der Leinwand "Die Kaktusblüte" provozierte.
Das funktioniert freilich nur, wenn der Herr Doktor die adäquate Partnerin hat (wie dazumal Ingrid Bergman). Das pointenreich-stachelige Duell auf der Boulevardbühne an der Steinstraße, einst angezettelt vom Autorengespann Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy, hat jetzt Hausherr und Regisseur Helmuth Fuschl mit sicherem Timing flott aufgefrischt und sich für den französischen, statt den amerikanischen Kaktus-Standort entschieden.
Mit April Hailer fand er die perfekte Sprechstundenhilfe. Sie hat Format, ist keineswegs die verhuschte Herbstzeitlose, geräuschlos in ihren Chef verliebt. Sie ist unterkühlt bis spröde, schlagfertig, hält stets termingerecht Kleenex, Sandwiches mit kaltem Huhn plus Spargel oder die frisierte Steuererklärung parat. Und gibt selbst Juliens vermeintliche Ehefrau und Mutter seiner erfundenen drei Kinder - wenn es für eine halbe Stunde oder mehr taktisch vonnöten ist.
Am Anfang braucht Hailer nur eine hochgezogene Augbraue, um ihre angesäuerte Seelenlage zu spiegeln. Später zeigt ihre vital leuchtende "Kaktusblüte" beim erotischen Aufblühen viel Gespür für intelligent aufblitzenden Humor.
Zwischen dem Jugendzimmer-Ambiente von Juliens junger Geliebten Antonia (forsch und gut: Tina Bordihn), dem Zahnarzt-Counter und zwei Bar-Tischchen spielt sich ein bestens aufgelegtes Ensemble zielsicher die Bälle zu. Auch Momme Mommsen hat als schlichtes Scherz- und Schürzenjägergemüt Witz und Sylvia Schlunk als überkandidelte Patientin Madame Durand.
Wer Lust auf einen fröhlich sprudelnden Cocktail hat, der ist jedenfalls bei dieser Paarungs-Therapie wider Willen bestens aufgehoben.
(NRZ, 16.01.2009)
Heinrich Schafmeister und April Hailer brillieren in „Die Kaktusblüte“ in der Komödie
Nach vielen Turbulenzen wälzen sie sich beim kräftigen Schlussapplaus küssend am Boden. Regisseur Helmuth Fuschl hat das Stück mit schnellen Szenenwechseln flott gemacht. Momme Mommsen als völlig überdrehter Norbert und Sylvia Schlunk als schrullige Frau Durand und Tina Bordihn runden einen tollen Theaterabend ab.
(Bild, 16.01.2009)
Einige werden sich noch an den Hollywood-Klassiker von 1969 mit Walter Matthau, Ingrid Bergmann und Goldie Hawn, die damals den Oscar als beste Nebendarstellerin erhielt, erinnern. Bei der Bühnenfassung schießt hingegen April Hailer in einer anderen Rolle den Vogel ab. Ihr wurde am Ende der Premiere der größte Beifall zuteil. Zu Recht, denn die Vollblutschauspielerin brilliert als biedere Sprechstundenhilfe, die ihren Chef liebt und dabei im Laufe der Ereignisse mitreißend viel Fahrt aufnimmt und sich auch optisch – aber hallo – eindrucksvoll verändert.
Neben April Hailer glänzt Heinrich Schafmeister (wunderbare Mimik!) als Pariser Society-Zahnarzt. Um mit seiner jungen Geliebten Antonia (ganz prima Tina Bordihn) nicht vor den Traualtar treten zu müssen, flunkert er ihr vor, seit zehn Jahren verheiratet zu sein und drei Kinder zu haben. Als dann noch später seine Sprechstundenhilfe in die Rolle dieser vermeintlichen Ehefrau schlüpft, sind dem herrlichen Chaos Tür und Tor geöffnet. Dazu tragen auch Momme Mommsen, Martin Brunnemann und Sylvia Schlunk tadellos bei. Fazit: Ein rundum vergnüglicher Theater-Abend mit einem Ensemble in Bestform.
(Express, 16.01.2009)
Gestern Abend feierte das Stück „Die Kaktusblüte“ seine umjubelte Premiere.
Die Erwartungen sind, in Anbetracht der hochkarätigen Besetzung, hoch: Heinrich Schafmeister, April Hailer, Martin Brunnemann, Momme Mommsen, Sylvia Schunk und Tina Bordihn sind in der neuen Produktion unter der Regie von Helmuth Fuschl zu sehen.
Die Komödie sprüht vor Esprit und Charme, ein Kracher folgt auf den nächsten. Die Inszenierung ist äußerst gelungen und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.
(Opinio Mediengruppe RP, 16.01.2009)


